Mega-Fortschritte in wenigen Stunden

Die sogenannte Künstliche Intelligenz (KI) macht überraschend schnell Fortschritte. Was hat diese Technologie plötzlich so mächtig werden lassen? Und welche Konsequenzen hat das für uns Menschen? Mit diesen Fragen befasst sich R&M-Gastautor Dr. Lars Jaeger, ein bekannter Wissenschaftler, Autor und Unternehmer (www.larsjaeger.ch).

Computer lernen nach Mustern

Hinter dem schnellen Fortschritt der KI steckt das sogenannte «Deep Learning»: eine vom menschlichen Gehirn inspirierte Architektur von künstlichen Neuronen und ihren Verbindungen untereinander. Diese Netzwerke werden auf riesige Mengen markierter Daten «trainiert».

Danach nutzen sie das, was sie gelernt haben, d.h., wie sie auf der Basis der Lerndaten ihre vielen verschiedenen Parameter eingestellt haben, um subtile Muster in anderen Datenbergen zu erkennen. Diese Daten stehen im Internet zur Verfügung, z.B. Daten über das Verhalten, die Kontakte und Interessen der Menschen. Internetfirmen wie Google, Facebook, Microsoft, Baidu, Tencent und Alibaba sammeln diese Daten und füttern damit ihr KI-Maschinen.

«AlphaGo» macht’s vor

Wie schnell KI lernen kann, zeigte Googles «AlphaGo». Nur 18 Monate nach AlphaGos spektakulärem Sieg über den besten menschlichen Go-Spieler hatte Google eine neue Version einer Go-spielenden künstlichen Intelligenz geschaffen.

«AlphaGo Zero» brauchte gar nicht mehr mit alten Spielen gefüttert zu werden. Nach drei Tagen und 4,9 Millionen Partien hatte das künstliche Genie eine Fertigkeit im Go-Spiel erreicht, die ihn seinen Vorgänger in 100 Spielen mit 100:0 besiegen liess. Ähnliche Erfolge erzielte «AlphaGo Zero» im Schachspielen.

Grenzen gesprengt

Eine KI wie «AlphaGo Zero» ist so mächtig, weil sie «nicht mehr durch die Grenzen des menschlichen Wissens beschränkt» sei, sagt einer der Erschaffer von AlphaGo und AlphaGo Zero, Demis Hassabis.

«Diesen Satz muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen», mahnt Lars Jaeger.

Wo bleibt der Schutz?

KI kann für Menschen so gefährlich werden wie Nuklearwaffen, sagen führende Wissenschaftler und kritische Unternehmer. Experten verlangen nach staatlichen Rahmengesetzen und Regulierungen. Dahinter steckt ihre Sorge, dass politische Entscheidungsträger die technologischen Entwicklungen verschlafen, sie nicht ernst genug nehmen oder überhaupt nicht verstehen.

Auch Dr. Lars Jaeger warnt vor den Folgen der KI-Anwendung. Er erwartet eine aktive Gestaltung der Technologie durch die Gesellschaft und eine demokratische Legitimierung. Sein kritisches Fazit: «Staatlich eingegriffen wurde bisher immer erst dann, wenn die Technologie schon in der Welt war und ihre Gefahren offensichtlich wurden. Das wird in der Zukunft nicht mehr ausreichen! Ein derartig wichtiges Spielfeld wie die Entwicklung der KI komplett amerikanischen Kapitalisten oder chinesischen Kommunisten zu überlassen, könnte sich als fatal erweisen.»

Gute KI bedingt gute Connectivity!

Ohne eine ausfallsichere, saubere Connectivity funktioniert auch die KI nicht. R&M liefert mit seinen Lösungen einerseits die Basis dafür, damit künstliche Intelligenzen ihren Job zuverlässig und störungsfrei erledigen können, möchte andererseits aber an einen verantwortungsbewussten Umgang mit diesen neuen Technologien appellieren. Unternehmen sollen die neuen Möglichkeiten geschickt nutzen, um ihre Produkte erfolgreich zu vermarkten, sollten dabei aber niemals die Ethik aus den Augen verlieren und ihre Stakeholder entsprechend sensibilisieren. Der Wissenschaftler Lars Jaeger leistet mit seinem Engagement einen wertvollen Beitrag zur Sensibilisierung im verantwortungsvollen Umgang mit modernen Technologien. Sein neustes Buch «Mehr Zukunft wagen! Wie wir alle vom Fortschritt profitieren» erschien im Sommer 2019, vorerst in Deutsch. www.larsjaeger.ch.



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Erica Monti

By Erica Monti

Corporate Publishing at R&M