Hindernisse im Hinterland

Im Hinterland und in dünn besiedelten Regionen verteuern lange Wege den FTTH-Rollout. In felsigen Gebieten lassen sich die Kabel schwer vergraben. In manchen Orten verhindern Denkmalschutz oder fehlende Genehmigungen die Erdverlegung. Soll ein einsamer Bauernhof einen Glasfaseranschluss erhalten? Lohnt sich der Aufwand für ein schönes, aber abgelegenes Bergdorf?

Je mehr der Markt nach FTTH verlangt, umso häufiger konfrontiert er Netzbetreiber mit solchen Fällen. Sie müssen entscheiden, ob es sinnvoll ist, Kabel zu vergraben.

Alternative Aerial Deployment

Die Alternative heisst Aerial Deployment (Freiluftverkabelung).

Die Vorteile:

  • Aerial Deployment kostet nur einen Bruchteil der Erdverkabelung. Aufgrund ihres relativ günstigen CAPEX/OPEX-Verhältnisses bleibt die Freiluftverkabelung für ländliche Regionen attraktiv. Oft ist sie die einzige Lösung für den FTTH-Rollout.
  • Freiluftkabel lassen sich mit wenig Aufwand zwischen Masten oder Gebäuden spannen – auch über weite Strecken.
  • Der Netzausbau lässt sich schnell, kurzfristig und mit geringem Planungsaufwand umsetzen.
  • Anwohner und Verkehr werden nicht durch Tiefbauarbeiten gestört.
  • Masten von vorhandenen Strom- und Telefonnetzen können genutzt werden.

Die Nachteile:

  • Das Ausfallrisiko ist hoch. Stürme, Blitze, Eis, Unfälle, Vögel oder Sabotagen können die Leitungen unterbrechen.
  • Die Umgebung verändert sich laufend. Netzbetreiber müssen die Trassen kontrollieren und von Bewuchs freihalten.
  • Die Kabel altern aufgrund von Sonneneinstrahlung, Temperaturschwankungen und mechanischen Kräften. Der Markt bietet jedoch hoch belastbare und langlebige Produkte – zum Beispiel die flachen freitragenden Kabel des Kabelwerkes von R&M.

Erste Schritte bei der Planung

Zu einer sorgfältigen und frühzeitigen Planung der FTTH- Freiluftverkabelung im Hinterland gehören zunächst folgende vier Aspekte:

  • Standort- und Klimabedingungen der Trassen genau und vor Ort erkunden
  • Spannweite der Aufhängungen und Dehnungsspielraum der Kabel spezifizieren
  • Hochrobustes Material wählen für Zugentlastungen, Isolierungen, Befestigungen, Verteilergehäuse, Spleiss- und Anschlussboxen etc.
  • Sortiment standardisieren, um effizient bauen und warten zu können


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Richard Schöbel

By Richard Schöbel