Wie Flawil zur Glasfaser kam

Kunde: Technische Betriebe Flawil (TBF), Schweiz
Projekt: Aufbau eines autonomen lokalen FTTH-Netzwerks, 2012 bis 2018
Anwendung: FTTH für Dienste im Gigabit-Bereich, redundanter Backbone plus Sternverkabelung, Dark Fiber, 30 Hauptverteiler mit ODF, ca. 5000 Übergabepunkte mit OTO, Open Access mit je 4 Fasern

Eine eindeutige Entscheidung

Am Anfang des Weges stand ein eindeutiger Entscheid. Im März 2012 stimmten nahezu 100% der Flawiler in einer Bürgerversammlung für den Bau des FTTH-Netzes. Flawil wollte nicht auf den Rollout grosser Netzbetreiber warten. Die Ziele:

  • Ein flächendeckendes, autonomes, lokales Glasfasernetz.
  • Bis Ende 2018 sollten rund 5000 Anschlüsse verlegt werden.

Die Verantwortung übernahmen die Technischen Betriebe Flawil (TBF), das Versorgungsunternehmen der Gemeinde. Die TBF verfügen über jahrzehntelange Erfahrung in der fiberoptischen Netzwerktechnik. Sie waren ebenfalls entschlossen, konsequent in die FTTH-Ära zu starten, und wollten das Projekt aus eigener Kraft bewältigen.

Günstige Bedingungen

Den Kundenstamm sicherten sich die TBF durch die Übernahme von zwei lokalen Kabelfernsehnetzen. Dadurch erhielten sie Zugang zu vielen Wohnungen. Die alte Koax-Infrastruktur ersetzten die TBF durch Glasfaser-Verkabelung, denn eine einheitliche Infrastruktur lässt sich einfacher managen. Das Netz wurde nach dem Open Access-Modell und als Dark-Fiber-Angebot konzipiert.

Die TBF gewannen Swisscom als Kooperationspartner. Der Telekommunikationskonzern nutzt zwei der vier Fasern für jedes Haus und muss in Flawil kein eigenes FTTH-Netz mehr bauen. So trägt Swisscom zur Auslastung und Finanzierung der Infrastruktur bei. Weitere Provider können Dienste einspeisen.

Die technische Lösung

Das redundante Glasfasernetz besteht aus einem Ring mit vier POP und 26 Hauptverteilern in Trafostationen. Von diesen Stationen führt jeweils eine Sternverkabelung zu den Häusern und Firmengebäuden. Die TBF verlegen in jedes Haus hinein ein Rohr mit Glasfaserkabeln oder nutzen nach Möglichkeit vorhandene Rohre. Weiteres Equipment stellen die TBF nicht zur Verfügung. So bleibt die Infrastruktur schlank, überschaubar und kostengünstig. Die Teilnehmer bzw. Hausbesitzer passen die Infrastruktur innerhalb der Gebäude selbst an und stellen die Verbindung zum OTO her.

Mit dem Verkabelungssystem R&Mfoxs wählten die TBF eine Lösung, die alle Netzebenen abdeckt. Der R&M Optical Distribution Frame (ODF) dient als Plattform für die Verteiler. Dessen Kapazität und modulare Bauweise hatten die TBF überzeugt. Einschübe erweitern die Kapazität der ODF je nach Bedarf. Die Übergabepunkte in den Häusern bestehen aus dem Optical Termination Outlet (OTO) von R&M. Die Partner vor Ort hatten den OTO zu ihrem Favoriten erklärt, weil er sich leicht installieren lässt.

Resultat

Mehrere Faktoren tragen dazu bei, dass die TBF ihr Projekt einige Monate früher als geplant abschliessen: professionelle Planung, fachliche Kompetenz und Erfahrung, reibungslose Projektorganisation und das installationsfreundliche Verkabelungssystem von R&M. Seit Mitte 2018 verfügen alle Gebäude in Flawil über einen FTTH-Anschluss mit je vier Fasern und zahlreichen Optionen für die Zukunft.

„Die Kapazität und modulare Bauweise des ODF von R&M haben uns überzeugt.“

Andreas Lämmlin, Projektleiter TB Flawil



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Thomas De Steffani

By Thomas De Steffani