Strukturierte Verkabelung muss mehr leisten

Die strukturierte Verkabelung bleibt auch in der Ära der Digitalisierung und der Mobilität eine wichtige Basis der lokalen Datennetze. In Zukunft muss sie aber mehr leisten, als Arbeitsplätze anzubinden. R&M weist in einem umfangreichen Fachartikel auf die heutigen Herausforderungen für das LAN, die Planer und Installateure hin (siehe auch Connections No. 54).

Im Wesentlichen wird das LAN von drei Trends beeinflusst. Wo im Zuge der Digitalisierung höhere Bandbreiten, ständige Fernspeisung und ubiquitäre Verfügbarkeit eingeführt werden, verändern sich die Rahmenbedingungen zum Teil dramatisch.

Erstes Beispiel: 10GBase-T reagiert sehr empfindlich auf Störungen von aussen. Es gibt keine Reserven mehr. Die Installation muss deshalb absolut normgerecht erfolgen.

Die Entwicklung bleibt nicht stehen. Im LAN gibt es künftig einen Protokollmix. Neben 2.5 sowie 5 und 10GBase-T kommen 25 und 40GBase-T auf den Markt. Nach derzeitiger Einschätzung von R&M kann 25GBase-T der lang erwartete nächste Evolutionsschritt im LAN-Bereich sein.

Als Anschlusslösung für 40- und 25GBase-T empfiehlt sich die neue Kategorie 8.1, spezifiziert für Übertragungsfrequenzen bis 2000 MHz. R&M wird ein Kat. 8.1-System auf den Markt bringen, sobald alle Rahmenbedingungen für 25GBase-T feststehen.

Zweite Beispiel: Power over Ethernet (PoE) könnte sich zwar zu einer Schlüsseltechnologie für das Internet of Things (IoT) entwickeln. Die dritte PoE-Generation nutzt sogar alle vier Aderpaare (4PPoE) und wird Leistungen bis 90 Watt mit Strömen von 1 Ampere je Aderpaar unterstützen, um viele Endgeräte und LED-Lichtquellen zu versorgen.

Einige neue Anwendungen fordern aber rund um die Uhr hohe elektrische Leistung, z.B. Smart Lighting oder Digital Signage. Die Kabel und Kabelbündel erwärmen sich im PoE-Dauerbetrieb in Folge des elektrischen Widerstands. Die Risiken bei Planung, Installation und Betrieb des Netzwerks dürfen nicht ausser Acht gelassen werden.

Das PowerSafe-Siegel von R&M kennzeichnet Produkte, die sich besonders für die zuverlässige Übertragung von dauerhaft hohen Strömen im LAN eignen.

Drittes Beispiel für die neuen Herausforderungen: All over IP und Konsolidierung. Bisher getrennte Gewerke und Infrastrukturen werden zunehmend konsolidiert. Die LAN-Verkabelung soll eine flächendeckende Ethernet-/IP-Versorgung für die Gebäudeautomation im ganzen Gebäude gewährleisten. Aus dem LAN wird ein Multifunktions-LAN.

Für Planer ist in diesem Zusammenhang wichtig, dass sich grosse Flächen und Räume mittels einer Wabenstruktur effizient in Zonen aufteilen lassen. Service Outlets (SO) bilden das Zentrum dieser Zonen und dienen als Anschlusspunkte für die IP-gestützten Funktionen. Als bester Platz für Service Outlets wird häufig die Decke angesehen, Digital Ceiling genannt. R&M hat ein geeignetes Digital Ceiling-Programm vorbereitet.



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Matthias Gerber

By Matthias Gerber

Market Manager LAN